Das Dokument, in dem Fageda Son Bordoy an die Roma abtrat
Die städtischen Unterlagen belegen die Übertragung von Son Bordoy in den neunziger Jahren, doch das derzeitige Regierungsteam behauptet, es sei aufgegeben worden.
Palme1993 beantragte der balearische christliche Kulturverein der Roma beim Stadtrat von Palma die Gewährung der entsprechenden Genehmigung. Sie sind ein neues GeschenkFür die Durchführung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen im Bereich Drogenabhängigkeit und deren anschließende Wiedereingliederung wurde ein städtisches Grundstück von ca. 33.200 Quadratmetern in El Molinar (Palma) beantragt. Der Stadtrat von Palma (Cort) stimmte dem Antrag zu, und am 10. Dezember 1993 unterzeichneten der damalige Bürgermeister von Palma, Joan Fageda (PP), und der Stadtrat für Soziales, Bartomeu Oliver, eine Nutzungsvereinbarung, die ARA Baleares vorliegt. Fagedas Verwaltung ließ sogar einen Hausbesetzer, der auf dem Grundstück Son Regalo lebte, räumen, um Platz für die Organisation zu schaffen. Der Hausbesetzer weigerte sich wiederholt zu gehen und beantragte sogar eine Verlängerung seines Aufenthalts beim Stadtrat von Palma. Er schlug der Organisation alternativ das Grundstück Son Fernando Nou (neben Son Regalo) vor, was Cort jedoch ablehnte.
Der Pachtvertrag hatte eine Laufzeit von weniger als fünf Jahren, genauer gesagt vier, weshalb für die Entscheidung keine Abstimmung im Stadtrat erforderlich war. Dieses Dokument belegt, wie die damalige PP-Mehrheit im Stadtrat von Palma entschied, dass eine Roma-Organisation das Grundstück rechtmäßig bewohnen und einige Personen dort bleiben dürften. 1997 lief der Pachtvertrag aus, doch die Sozialabteilung des Stadtrats von Palma, insbesondere die zuständige Stadträtin Carme Sagrado Mezquida (PP), stellte fest, dass „keine Einwände gegen eine Verlängerung des Pachtvertrags“ bestünden, wie im Dokument festgehalten. Offenbar unternahmen jedoch weder der Stadtrat noch die Bewohner nach Ablauf der Verlängerung einen Versuch, den Vertrag zu verlängern, noch kündigten sie ihn formell. Nun, 32 Jahre später, haben die Bewohner von Son Bordoy eine polizeiliche Vorladung zur freiwilligen Beendigung ihrer illegalen Besetzung öffentlichen Eigentums erhalten. Derselbe Stadtrat und dieselbe politische Mehrheit, die ihren Aufenthalt genehmigt hatten, wollen sie nun vertreiben.
Quellen, die von ARA Baleares befragt wurden, bringen die Landschenkung mit dem damaligen Einfluss der Roma-Gemeinschaft in Palma und ihren sehr guten Beziehungen zu verschiedenen Stadträten aus Joan Fagedas Team in Verbindung. „Sie hatten ein Büro im Rathaus von Palma und verwalteten unter anderem die Unterstützung für das Gefängnis“, erinnern sie sich. Die ihnen verliehene Macht „wandelte sich in Stimmen um“, die den damaligen Machthabern zugutekamen, die zufälligerweise derselben Partei angehörten wie die Stadtverwaltung, die sie nun aus Son Bordoy vertreiben will, um dort 750 Wohnungen zu bauen, von denen 150 Sozialwohnungen, 350 preisgebundene Wohnungen und der Rest zum Marktpreis sein sollen.
Die Bewohner von Son Bordoy, insbesondere die älteren, erinnern sich, als wäre es gestern gewesen, an den Tag, an dem Fageda ihnen das Land und das entsprechende Dokument überschrieb. Angesichts der Räumungsversuche des Stadtrats von Palma (Cort) betonen die Bewohner wiederholt, dass „Herr Fageda und Frau Angelines“ – die sie als die rechte Hand des ehemaligen Bürgermeisters bezeichnen – ihnen vor 32 Jahren erlaubt hätten, in Son Bordoy zu wohnen. Laut ihren Beschwerden besitzen sie jedoch kein entsprechendes Dokument, und Cort weigert sich, es ihnen auszuhändigen. Dieses Dokument hat ARA Baleares erhalten.
Bevor die Gruppe nach Son Bordoy zog, lebte sie in Hütten in ganz Palma, so auch Ángel, ein 67-jähriger Mann, der seit 32 Jahren in Son Bordoy lebt. Er wohnte in einer Hütte an der Küste im Viertel Molinar, wo heute nur noch Villen und teure Häuser stehen. Es wirkt alles paradox. Sie wurden aus ihren Häusern vertrieben und in Son Bordoy zusammengepfercht, um dort Wohnungen zu bauen. Knapp drei Jahrzehnte später wiederholt sich die Geschichte. Doch anders als vor 30 Jahren will man ihnen ihre Häuser wegnehmen, „ohne ihnen alternative Unterkünfte anzubieten“, so die Plattform der von Hypotheken betroffenen Menschen (PAH).