Mehr als 75 % der Lehrer auf den Balearen warnen vor einer Zunahme von Konflikten in den Klassenzimmern.

Übermäßige Bürokratie, ein hohes Schüler-Lehrer-Verhältnis und mangelnde Unterstützung seitens der Verwaltung sind die Gründe für die Unzufriedenheit der Lehrer.

ARA Balears
12/01/2026

PalmeMehr als drei Viertel der Lehrkräfte auf den Balearen warnen vor einem „konfliktreichen und schwierigen“ Schulklima, das sich durch zunehmende verbale und körperliche Aggression sowohl von Schülern als auch von Familienangehörigen auszeichnet. Dies ist eines der Hauptergebnisse einer landesweiten Umfrage der Lehrergewerkschaft STEI, an der über 1.200 Lehrkräfte von den Balearen und mehr als 13.000 aus ganz Spanien teilnahmen. Konkret berichten 78,9 % der Lehrkräfte auf den Balearen von Konflikten an den Schulen. Darüber hinaus geben 79,4 % an, eine Zunahme verbaler – und gelegentlich auch körperlicher – Aggression von Schülern beobachtet zu haben, während 75 % diese Zunahme auch in den Familien feststellen. Diese Zahlen liegen nahe am nationalen Durchschnitt, wo 82,6 % der Lehrkräfte das Klassenklima als konfliktbeladen beschreiben und 83,1 % eine Zunahme der Schüleraggression berichten. Auch in den Familien beobachten 76,7 % der Lehrkräfte landesweit eine Zunahme solcher Situationen.

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Die Umfrage konzentriert sich auch auf die Wahrnehmung der Bildungspolitik durch die Lehrkräfte. Auf den Balearen glauben 60,5 % der Lehrkräfte, dass die Behörden sich nicht klar für öffentliche Schulen einsetzen, sondern stattdessen die Privatisierung bevorzugen. Diese Ansicht ist auf nationaler Ebene noch weiter verbreitet: 75,7 % der Lehrkräfte sind der Meinung, dass die Behörden das öffentliche Bildungssystem nicht ausreichend stärken. Auch die materiellen und Arbeitsbedingungen geben Anlass zu großer Unzufriedenheit. Auf den Balearen geben 74,4 % der Lehrkräfte an, dass ihnen die notwendigen Ressourcen – Räumlichkeiten, Materialien und Technologie – fehlen, um eine qualitativ hochwertige Bildung zu gewährleisten. Denselben Mangel berichten 75,7 % der Lehrkräfte landesweit. Darüber hinaus warnen fast alle Lehrkräfte, sowohl auf den Balearen (96,8 %) als auch in Spanien (95,7 %), dass übermäßige Verwaltungsbürokratie die Zeit, die sie dem Unterrichten widmen können, stark einschränkt.

Überfüllte Klassenzimmer

Ein weiterer häufig kritisierter Faktor ist das hohe Verhältnis von Schülern zu Lehrern in den Klassenzimmern. 91,5 % der Lehrkräfte auf den Balearen sind der Ansicht, dass die Schülerzahl pro Klasse keine angemessene Betreuung der wachsenden Vielfalt der Schülerschaft ermöglicht – eine Meinung, die landesweit 91,8 % der Lehrkräfte teilen. Laut der Umfrage hat diese Situation direkte Auswirkungen auf die Bildungsqualität und das Wohlbefinden der Lehrkräfte. Die Studie hebt zudem die Folgen der übermäßigen Arbeitsbelastung für das persönliche und emotionale Wohlbefinden der Lehrkräfte hervor. Auf den Balearen geben 77,4 % an, dass übermäßige Arbeitszeiten die Work-Life-Balance und ihr emotionales Gleichgewicht negativ beeinflussen – ein Wert, der dem für Spanien insgesamt (77,8 %) sehr ähnlich ist. Hinsichtlich der gesellschaftlichen und institutionellen Anerkennung spiegeln die Daten ein starkes Gefühl der Unsicherheit wider. 67 % der Lehrkräfte auf den Balearen fühlen sich von den Bildungsbehörden nicht unterstützt, während diese Wahrnehmung auf nationaler Ebene bei 85,8 % liegt. Auch auf den Balearen sind 87,9 % der Lehrkräfte der Ansicht, dass ihre Arbeit von der Gesellschaft nicht ausreichend wertgeschätzt wird – eine Meinung, die landesweit 88,3 % der Lehrkräfte teilen. Allerdings glauben auf den Balearen 50,8 % der Lehrkräfte, dass die Familien ihrer Schüler ihre Arbeit anerkennen. Diese optimistischere Einschätzung ist größer als im Landesdurchschnitt, wo 46,3 % der Meinung sind, dass Familien die Arbeit von Lehrkräften nicht wertschätzen. Die Umfrage verdeutlicht zudem die Unzufriedenheit der Lehrkräfte mit ihren Gehältern. Auf den Balearen geben 87,4 % der Lehrkräfte an, dass ihr Gehalt unzureichend ist. Diese Ansicht ist auch landesweit weit verbreitet: 88,3 % halten ihre aktuelle Vergütung für ungenügend, und 91,9 % beklagen, dass die Gehälter in den letzten Jahren nicht an die gestiegenen Verbraucherpreise angepasst wurden.