Die schlechten PISA-Ergebnisse überraschen Alternativa Docent nicht: „Wir prangern das schon seit Jahren an“
Die Gewerkschaft sagt, dass sie "eine sehr klare Warnung" sind und fordert einen Landesplan, um die Situation anzugehen
PalmaAlternativa Docent ist der Ansicht, dass die Ergebnisse des PISA-Berichts 2025, die die Balearen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften unter den Durchschnitt Spaniens, der OECD und der Europäischen Union einstufen, „keine Überraschung“ seien. Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass das Bildungssystem der Inseln seit Jahren eine Kombination aus Mängeln mit sich zieht, die eine Verbesserung der Lernergebnisse erschweren. Die Organisation vertritt die Auffassung, dass es nicht die eine Ursache gibt, die die Ergebnisse erklärt, sondern eine Summe von Faktoren. Unter diesen nennt sie die „historische Unterfinanzierung“, überfüllte und heterogene Klassen, den Mangel an Lehrkräften und besetzten Stellen, kontinuierliche Gesetzesänderungen, den Einfluss von Bildschirmen und künstlicher Intelligenz sowie sozioökonomische Ungleichheiten.
Für Alternativa Docent handelt es sich um ein "strukturelles, kein konjunkturelles" Problem. Die Gewerkschaft erinnert daran, dass sie seit über einem Jahrzehnt vor der Schwierigkeit des Systems warnt, den Anstieg der Schülerzahlen und die zunehmende Komplexität in den Klassenzimmern mit den verfügbaren Ressourcen zu bewältigen. In diesem Sinne führt sie als Beispiel die 3.801 neu angekommenen Schüler an, die während des Schuljahres 2025-2026 in das Bildungssystem aufgenommen wurden. Ihren Berechnungen zufolge entspräche dieser Zustrom, gemäß den von der Gewerkschaft verteidigten Kriterien für Schüler-Lehrer-Verhältnisse und Räumlichkeiten, der Notwendigkeit, neun neue Grundschulen mit zwei Zügen zu bauen. Alternativa bedauert, dass dieses Wachstum größtenteils auf das öffentliche Netz entfällt, ohne dass, wie sie versichert, genügend Räume oder Verstärkungen bereitgestellt wurden.
Die Bildschirme
Die Gewerkschaft bringt die PISA-Ergebnisse zudem mit der zunehmenden Exposition der Jugendlichen gegenüber Bildschirmen in Verbindung. Sie kritisiert die Einführung digitaler Geräte im Bildungssystem, ohne dass es ihrer Ansicht nach genügend kritische Reflexion über die Rolle der großen Technologieunternehmen und deren Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit der Schüler gegeben hat. Alternativa Docent ist zudem der Ansicht, dass die Schule die Folgen des digitalen Konsums der Jugendlichen nicht allein tragen kann, und fordert eine stärkere Einbeziehung der Familien. Die Gewerkschaft plädiert für eine „echte familiäre Kontrolle“ bei der Bildschirmnutzung und einen sozialen Pakt, der sich mit dieser Frage befasst.
Die Organisation setzt die Ergebnisse auch in Perspektive und erinnert daran, dass die im Rahmen von PISA 2025 bewerteten Schüler Phasen durchlaufen haben, die von Bildungskürzungen während der Finanzkrise, steigenden Schülerzahlen, fehlender Unterstützung, der Pandemie und dem Anstieg der Schülerzahlen auf den Inseln geprägt waren. Daher betrachtet sie die aktuellen Ergebnisse als Resultat einer Anhäufung von Faktoren im Laufe der letzten Jahre.
Angesichts dieser Situation fordert Alternativa Docent von der Regierung einen „Landesplan“, der über punktuelle Maßnahmen hinausgeht. Zu ihren Vorschlägen gehören ein Infrastrukturplan, der den Bau neuer Zentren und die Senkung der Schülerzahlen ermöglicht, Ressourcen für die Betreuung von Vielfalt und Inklusion, ein Abbau der Bürokratie, die das Lehrpersonal betrifft, sowie mehr legislative Stabilität.
Die Gewerkschaft fordert zudem „würdige“ Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und die Wiederherstellung des Vertrauens in die Bildungsexperten. In Bezug auf die Digitalisierung schlägt sie einen sozialen Pakt zur Begrenzung der Bildschirmnutzung mit gemeinsamer Verantwortung von Schulen und Familien vor. Alternativa Docent warnt davor, dass die PISA-Tests für sich genommen keine vollständige Diagnose des Bildungssystems darstellen, hält sie jedoch für „eine sehr deutliche Warnung“ hinsichtlich der Notwendigkeit, an verschiedenen Fronten zu handeln. „Es gibt keinen alleinigen Schuldigen, aber eine geteilte Verantwortung“, verteidigt die Organisation.