Prozess gegen die Benabad-Bande wegen eines Drogenhandelsrings mit 19 Angeklagten

Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 140 Jahre Haft für die beiden mutmaßlichen Anführer einer Organisation, die sich dem Drogenhandel und der Geldwäsche auf der Insel widmete

Polizeifernbus in der Nähe der Gerichte
ARA Balears
Akt. vor 6 min
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PalmaDie erste Kammer des Oberlandesgerichts der Balearen wird ab diesem Montag die Brüder Marcos und José Manuel Benabad vor Gericht stellen, die als mutmaßliche Anführer eines kriminellen Clans gelten, der in Mallorca im Drogenhandel tätig war, zusammen mit 17 weiteren Personen.

Laut der Staatsanwaltschaft hat die Gruppe jahrelang als strukturierte Organisation agiert, die sich dem Anbau von Marihuana sowie der groß angelegten Einfuhr und dem Vertrieb von Kokain, Heroin und MDMA auf der Insel widmete. Das Netzwerk soll Verkaufsstellen auf ganz Mallorca unterhalten haben, insbesondere im Viertel Son Banya, und eine Struktur aus Kleindealern und Kollaborateuren gehabt haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen von insgesamt 140 Jahren, zuzüglich Geldstrafen von über 2,5 Millionen Euro und Entschädigungen von über 26.000 Euro. Für den Hauptangeklagten, Marcos Benabad, fordert sie 19,5 Jahre Haft und für seinen Bruder José Manuel 14,5 Jahre. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wird dargelegt, dass die Hauptangeklagten die Organisation seit Anfang der 2000er Jahre geleitet hätten und dass sie Grundstücke und Strohmänner benutzt hätten, um nicht entdeckt zu werden, wobei sie die strafrechtliche Verantwortung auf nachrangige Kollaborateure abwälzten.

Geldwäsche und kriminelle Struktur

Neben dem Drogenhandel umfasst der Fall Vorwürfe der Geldwäsche. Laut der Untersuchung soll das Netzwerk die Gewinne durch den Kauf von Immobilien, Luxusfahrzeugen, Banküberweisungen und die Simulation von Geschäften und Arbeitsverhältnissen kanalisiert haben.

Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, dass diese Struktur es ihnen ermöglicht hätte, die Tätigkeit über Jahre aufrechtzuerhalten und polizeiliche Maßnahmen zu erschweren, trotz verschiedener Einsätze, bei denen große Mengen Marihuana beschlagnahmt wurden.

Gewalt und Einschüchterung

Der Bericht der Staatsanwaltschaft enthält auch Gewaltvorfälle, die mit dem Clan in Verbindung stehen. Einer der bemerkenswertesten ist die Entführung eines Mannes im Jahr 2015 aufgrund eines wirtschaftlichen Konflikts im Zusammenhang mit einem Anwesen, auf dem angeblich ohne Zustimmung Marihuana angebaut wurde.

Laut der Anklageschrift wurde das Opfer stundenlang festgehalten und anschließend angegriffen, um ihn unter Druck zu setzen, eine wirtschaftliche Entschädigung zu zahlen.

Eine weitreichende Angelegenheit

Das Gerichtsverfahren listet auch verschiedene Polizeieinsätze seit 2012 auf, mit Durchsuchungen von Eigentum der Angeklagten, bei denen Drogen, Geld und sogar 29 Vollblüter beschlagnahmt wurden, von denen einige von der Guardia Civil eingezogen wurden.

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