Diese Woche wird der mallorquinische Unternehmer Salvador Llinás wegen des millionenschweren Betrugs von Autoclick vor Gericht gestellt
Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft wegen betrügerischen Verkaufs tausender Mietwagen mit einem Schaden von rund 20 Millionen Euro
PalmaDas Provinzgericht von Palma wird diese Woche die Vorverhandlung gegen den mallorquinischen Unternehmer Salvador Llinás abhalten, der einer mutmaßlichen millionenschweren Betrugsmasche im Zusammenhang mit der Autovermietungsfirma Autoclick beschuldigt wird. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn neun Jahre Haft und eine Geldstrafe wegen eines Betrugs, der 20 Millionen Euro überschreiten könnte.
Ein Unternehmensnetzwerk mit internationaler Präsenz
Gemäß der Anklageschrift reichen die Ereignisse bis September 2018 zurück, als Llinás alleiniger Aktionär des Unternehmens IMT Holding Spain war, dem Balear Sport Car und Autoclick gehörten. Letzteres Unternehmen kontrollierte verschiedene similaire Unternehmen in Ländern wie Frankreich, Italien, Portugal und Belgien.
Die Gesellschaften widmeten sich der Vermietung von Fahrzeugen ohne Fahrer und verfügten über eine große Flotte, die sich auf verschiedene Punkte des Staates verteilte, wie Barcelona, Madrid, Alicante und die Kanarischen Inseln. Die meisten Fahrzeuge wurden mittels Leasing- oder RentingVerträgen mit Finanzinstituten erworben.
Fahrzeuge verkauft, ohne der Eigentümer zu sein
Laut der Untersuchung soll der Unternehmer viele dieser Fahrzeuge verkauft haben, obwohl die Verträge diesen Vorgang ausdrücklich untersagten. Um dies zu tun, reichte er angeblich Rechnungen und Dokumente ein, die den Anschein erweckten, er habe die Kontrolle über die Autos.
In vielen Fällen erhielten die Käufer die Fahrzeuge, aber nicht die Originaldokumentation, da Llinás diese nicht besaß. Dies führte zu zahlreichen Anzeigen sowohl in Spanien als auch im Ausland.
Die Ermittler der Guardia Civil schätzen, dass bis zu 3.568 Fahrzeuge betrügerisch verkauft worden sein könnten, mit einem wirtschaftlichen Schaden, der 20 Millionen Euro erreichen könnte.
In Taiwan festgenommen nach Jahren außerhalb Spaniens
Der Fall nahm 2024 eine Wendung, als Llinás nach Jahren außerhalb Spaniens in Taiwan verhaftet wurde. Anschließend wurde er nach Frankfurt gebracht, wo er in Untersuchungshaft saß, bevor er ausgeliefert wurde.
Ende November wurde der Unternehmer im Rahmen eines europäischen Haftbefehls schließlich nach Spanien gebracht, um sich der Justiz zu stellen.
Einer der größten Betrugsfälle im 'Rent a Car'-Sektor
Der Fall Autoclick gilt als einer der wichtigsten Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem Autovermietungssektor, insbesondere auf Mallorca, wo das Unternehmen einen Teil seiner Geschäftstätigkeit hatte.
Mit der Abhaltung der Vorverhandlung tritt das Verfahren nun in die entscheidende Phase vor dem Prozess ein, der darüber entscheiden wird, ob der Unternehmer wegen dieses mutmaßlichen Betrugsfalls verurteilt wird.