Noelias Augen

PalmaNoelia Castillo gab vier Tage vor ihrer Euthanasie ein Interview im Programm Y ahora Sonsoles von Antena 3. Die Moderatorin, Sonsoles Onega, legte mit einem theatralischen, affektierten und herablassenden Ton immer wieder Wert auf die Gewissenhaftigkeit der Behandlung des Materials. Excusatio non petita, accusatio manifesta...Die Reporterin Bea Osa hatte einen exklusiven journalistischen Scoop von unschätzbarem Wert aus informativer, menschlicher und sozialer Sicht erzielt. Material dieser Größenordnung verdiente es, im Stil großer Reportagen ausgestrahlt zu werden: nüchtern, direkt, unverblümt und der Protagonistin alles sagen zu lassen, was sie für angebracht hielt. Wir alle konnten hören, welche Gründe eine 25-jährige Frau dazu bewogen hatten, zu beschließen, dass sie sterben wollte. Dass man ihr bei ihrem Selbstmord behilflich sei. Sie musste fast zwei Jahre lang Verzögerungen durch einen Vater ertragen, der versuchte, ihre Entscheidung zu blockieren, die von jeder zuständigen Behörde legitimiert war, bis hin zum Straßburger Gerichtshof.

Nichtsdestotrotz beschlossen Onega und ihr Team, das Material zu verfälschen und es im reinsten Mediaset-Stil von Vasile zu verwerten, nur dass jene es mit Unterhaltung taten, einem abgesprochenen Zirkus, und natürlich kleideten sie es nicht in eine Feierlichkeit, unter der sich nur Senilität verbarg.

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Die Aussage von Noelia brauchte keine tränenrührige Hintergrundmusik, keine Endlosschleife von ihr, wie sie mühsam eine Treppe hinaufstieg, und sie verdiente es nicht, in vier Sätze zerlegt zu werden, damit eine Talkshow-Runde aus dem Konflikt heraus analysierte, was keine Analyse zuließ. Zumindest nicht in diesen Show-Begriffen. Sterben war ihre Entscheidung, gedeckt durch ein garantistisches Gesetz.

Noelias große, leere, ins Leere blickende Augen sagten genauso viel oder mehr als ihre Worte. Sie wusste genau, was sie wollte und warum. Wegen des unerträglichen physischen und psychischen Schmerzes eines unglücklichen Lebens, das von Leid und Unglück geprägt war. Wenn es hier ein Versagen gibt, dann nicht das, auf das die Konservativen hinweisen, die aus Privilegien und mangelnder Empathie argumentieren, dass nur Gott das Recht habe, jemandem das Leben zu nehmen. Das Versagen ist das dessen, der sie nicht zu pflegen, zu lieben und zu beschützen wusste; zuerst ihre Eltern und Familie; und später die Institutionen und sozialen Dienste, die sich um sie hätten kümmern müssen. Das Versagen ist letztlich sozial und kollektiv. Natürlich sollte kein Elternteil den Tod seiner Tochter erleben, aber wie sie betonte, wer hatte sich vorher um ihren Schmerz gekümmert.