Observatorium

Truyol und Firma

'Alquilera' ist eine Herausforderung mit einigen zusätzlichen Wendungen und Überraschungen, die viele Elemente rund um die Geschichte erfordert, damit das Projekt gelingen kann.

24/01/2026

PalmeMieter Es ist die neueste Theaterfarce der Kalorien Julia Truyol. Sie trifft stets eine gute Wahl, und zwar aus dem Umfeld, mit dem sie für viele andere zum Maßstab geworden ist. Ihre Ansprüche sind sehr hoch, und auch diesmal hat sie sie mit ihrem natürlichen Interpretationsvermögen, das ihr Markenzeichen ist, übertroffen. Mieter Es ist eine Herausforderung mit einigen unerwarteten Wendungen, die viele Elemente rund um die Geschichte erfordert, damit das Projekt gelingt. Zunächst ein gutes Drehbuch, das von einer sehr alltäglichen Situation ausgeht: Ein Mieter kündigt einer Mitbewohnerin wegen der – gelinde gesagt – ausschweifenden Zustände, an die wir uns gewöhnt haben und die wir mit einem Achselzucken und dem Gedanken „Was soll man machen?“ hinnehmen. Würde man diese alltägliche Begebenheit auf die Bühne bringen, bestünde die Gefahr, sie zu einer bloßen Alltagsbetrachtung werden zu lassen. Das ist hier nicht der Fall. Darüber hinaus braucht ein Monolog viele Anreize, um das Publikum zu fesseln. Die Protagonistin muss eine Reihe von Wandlungen durchmachen, die nur mit einem breiten Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten und einem Tempo gemeistert werden können, das zwar nicht frenetisch, aber sicherlich energiegeladen ist. Ständig wechselt sie ihren Tonfall, von Verzweiflung zu Resignation, und spiegelt so ihr Temperament wider.

Truyol gelingt es, in Sekundenbruchteilen ohne jede Allüre von einem Ort zum anderen zu wechseln, mit einer Einfachheit und Leichtigkeit, die die Figur so glaubwürdig macht, dass man fast meinen könnte, sie erzähle ihre eigene Geschichte. Oder besser gesagt: die verschiedenen Charaktere, in die sie sich im Laufe dieser über einstündigen, sorgfältig ausgearbeiteten Performance verwandelt. Es ist nicht nur der Text, sondern auch der präzise und makellose Rhythmus, dirigiert von Rubén de Eguía. Das effektvolle und makellose Sounddesign von Guillem Rodríguez – jenes Element, das stets so unscheinbar wirkt und sich doch immer wieder als so wichtig erweist. Auch Mireia Sintes' Lichtdesign ist makellos. All das ergibt eine ebenso brillante wie stimmige Inszenierung, die einer Schauspielerin, die alles kann, zur Seite steht und ein ebenso repetitives wie ungelöstes Problem aufgreift, das die labyrinthische Entelechie, von der alle sprechen, aufgreift. Doch was, wenn das Problem nicht nur im Wohnungsmarkt liegt? Was wäre, wenn Problem und Lösung Löhne wären?