Josep R. Cerdà gewinnt den ersten Àngel Guimerà-Preis mit „La segona línia“
Der mallorquinische Dramatiker wird bei der Nacht der katalanischen Literatur für ein Werk über Schuldgefühle und die „Verlierer“ des Tourismusmodells ausgezeichnet.
PalmeDer mallorquinische Dramatiker und Schriftsteller Josep R. Cerdà hat mit seinem Werk den ersten Àngel-Guimerà-Preis für dramatische Literatur gewonnen. Die zweite ZeileDie Auszeichnung wurde im Rahmen der „Nacht der katalanischen Literatur“ verliehen, die kürzlich im Ovalen Saal des MNAC in Barcelona stattfand. Der in diesem Jahr ins Leben gerufene und mit 15.000 Euro dotierte Preis ist der höchstdotierte Theaterpreis Spaniens und soll die Präsenz des Theaters in der katalanischen Literaturszene stärken.
Die zweite Zeile Das Stück erkundet eindringlich die menschliche Zerbrechlichkeit anhand von Figuren, die am Rande des Systems leben. Die Jury hob die „strukturelle Kohärenz und die meisterhafte Beherrschung der Theatersprache“ sowie die Fähigkeit des Werkes hervor, Schuldgefühle und tiefen Schmerz auf einer Bühne voller Skepsis und Trostlosigkeit zu vermitteln. Die Geschichte verlegt die Protagonisten in einen Wohnwagen neben ein gespenstisches, im Winter geschlossenes Hotel – einen Zufluchtsort, wo sie den Stürmen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, trotzen. Mehrere Kritiker interpretierten diese Figuren als die „Verlierer des Tourismusmodells“ – ein scharfsinniger Blick auf das heutige Mallorca und seine sozialen Spaltungen.
Der aus Binissalem stammende Cerdà verbindet eine literarische Karriere mit Theater und Lehre. Sein Werk zeichnet sich seit jeher durch die Stärke seiner Charaktere und die Fähigkeit aus, dichte, dramatische Welten zu erschaffen, in denen das Alltägliche eine beinahe poetische Qualität annimmt. Mit dieser Auszeichnung wird der Autor zum Star einer Gala, die die traditionelle Lucianacht ersetzt und sich zum wichtigsten jährlichen Fest der katalanischen Literatur entwickeln soll. Im Rahmen des Abends wurden auch andere bedeutende Persönlichkeiten der balearischen Literatur gewürdigt, wie etwa Carles Rebassa, Gewinner des Sant Jordi Romanpreises, was die gegenwärtige Stärke der Literatur des Archipels im katalanischen Kontext bestätigt.