Observatorium

Ein 'Werther' für die Geschichte

Xabier Anduaga gab, zum ersten Mal bei seinem Debüt als die tragische Figur par excellence, das berühmte und legendäre 'Pourquoi me réveiller' zum Besten.

11/05/2026

PalmaEs gibt Momente in der Oper, die immer und ausnahmslos absolut unvergesslich sind. Das sind die Momente, in denen, wenn der Sänger oder die Sängerin gerade die berühmteste Arie der Komposition beendet hat, der Applaus des Publikums einen besonderen, sehr beredten, ja sogar fordernden Ton hat. Und wenn er fast immer an Intensität verliert, steigt in diesen Fällen die Dezibelzahl exponentiell an. Der Protagonist schweigt zunächst, respektvoll und dankbar, ohne jede Bewegung, nicht einmal die kleinste, die die Feier stören könnte, die die Zuschauer von dort oben begonnen haben und die den Rest angesteckt hat. Er schaut den Dirigenten an. Dieser wartet aufmerksam darauf, dass der Protagonist zustimmend die Augen schließt und damit bestätigt, was jeder bereits wusste. Und so beginnt erneut die Apotheose, die Zugabe. Für uns Mallorquiner, die wir dabei waren, hatte es einen Mehrwert, als Xabier Anduaga mit Una furtiva lagrimaim Teatre Principal von Palma zum ersten Mal sang. Am Sonntag, bei der dritten Aufführung seines ersten Werther,brach der Liceu aus und machte den Abend unvergesslich, zu denen, die man nicht vergisst. Xabier Anduaga gab zum ersten Mal bei seinem Debüt als der tragische Charakter par excellence die berühmte und legendäre Zugabe Pourquoi me réveiller. Eine Umstand, der den Rest der Aufführung zu einer reinen Anekdote hätte machen können.

Es wäre sehr ungerecht. Diese Produktion mit Anduaga und den beiden weiblichen Partnerinnen Cristina Stanek und Sofia Esparza wurde mit dem Stempel der Großen versehen, nicht nur, weil wir diese Zugabe hören konnten, die sich zu einer Gewohnheit für die restlichen Aufführungen entwickeln könnte, sondern weil Cristina Stanek eine Charlotte von immensem Niveau war, sowohl dramatisch als auch stimmlich, mit einem tadellosen

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Werther!, Werther! Qui m'aurait dit, dem Urteil von allem. Ebenso interpretierte Sofia Esparza eine Sophie mit deutlich mehr spezifischem Gewicht in der Erzählung als die meisten, die nicht wenige künstlerische Leiter entworfen haben. Nicht zu vergessen die Charaktere von Schmidt und dem Bürgermeister, mit ihrem unnötigen Vivat Bacchus!, man könnte sich überlegen, sie wegzulassen. Das Orchester unter der Leitung von Henrik Nánási, im Dienst der Sänger, aber ohne Persönlichkeit oder Protagonismus zu verlieren. Christoph Loy war besser in der Regie der Schauspieler als in der Konzeption des Bühnenbilds, das da war, weil es da sein musste, aber ohne viel argumentativen Relevanz. Das Beste, was man sagen kann, ist, dass es den Protagonisten eines Werther für die Geschichte totale und absolute Bewegungsfreiheit gab.