Soziale Gruppen warnen davor, dass die Räumung des alten Gefängnisses von Palma mehr als 200 Menschen ohne Alternative zurücklassen könnte.

Soziale Organisationen warnen davor, dass der Stadtrat auf Zwangsräumungen drängt, ohne eine wirkliche Lösung zu garantieren, und zwar in einem Kontext einer Wohnungskrise, die durch Übertourismus und die Überlastung der sozialen Dienste noch verschärft wird.

ARA Balears
02/03/2026

PalmeMehrere soziale Gruppen haben angesichts der bevorstehenden Räumung des ehemaligen Gefängnisses von Palma, in dem derzeit fast 200 Menschen leben, den Mangel an bezahlbaren Wohnalternativen angeprangert. Die Organisationen Arran, Menos Turismo Más Vida (Weniger Tourismus, mehr Leben), die Sozialistische Jugendorganisation und die Wohnungsbauunion Palma fordern einen Stopp der Räumung, bis eine menschenwürdige Lösung für alle Betroffenen gewährleistet ist. In einer Erklärung vor dem Rathaus warnten die Gruppen, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handele, sondern um ein weiteres Symptom der Wohnungskrise in Palma, die ihrer Ansicht nach durch den Massentourismus und die stetig steigenden Mietpreise verschärft werde. In diesem Zusammenhang wiesen sie darauf hin, dass allein im zweiten Quartal 2025 in der Stadt 245 Zwangsräumungen durchgeführt wurden, während derzeit über tausend Menschen in prekären Wohnverhältnissen leben. Das ehemalige Gefängnis, das vor über 25 Jahren geschlossen und 2013 von der Stadt Palma erworben wurde, beherbergte zeitweise bis zu 400 Menschen. Laut den Organisatoren gehören zu den Bewohnern Obdachlose, zwangsgeräumte Familien und Geringverdiener, die sich auf dem freien Wohnungsmarkt keine Wohnung leisten können. Die Gruppen kritisieren den Stadtrat dafür, das Räumungsverfahren eingeleitet zu haben, ohne eine ausreichende Alternative anzubieten, obwohl die städtischen Sozialdienste und das Netzwerk für soziale Inklusion des Mallorcaer Instituts für Soziales Wartelisten führen. Sie warnen davor, dass die Option des freiwilligen Auszugs keine sofortige Lösung garantiere und viele Menschen auf der Straße zurücklassen könnte. Zudem stellen sie infrage, ob die jüngsten Brände im Gebäude die Räumung rechtfertigen, und behaupten, diese Ereignisse seien genutzt worden, um das Verfahren zu beschleunigen. Laut den Gruppen gibt es keinen Bericht, der ein unmittelbares strukturelles Risiko belegt, das eine dringende Räumung erforderlich machen würde. Schließlich werfen die Organisationen dem Stadtrat vor, die Verantwortung auf andere Institutionen abzuwälzen, und warnen davor, dass die Maßnahme Situationen wiederholen könnte, die bereits in anderen Gemeinden wie Badalona und Ibiza erlebt wurden, wo ähnliche Räumungen zur Bildung neuer Siedlungen geführt haben. In diesem Zusammenhang forderten sie, dass das Recht auf Wohnraum Vorrang vor spekulativen Interessen haben müsse, und verlangten eine sofortige und koordinierte Reaktion der Behörden.