Palma geht gegen Zwangsräumungen angesichts der Wohnungskrise auf die Straße

Die PAH beklagt eine „soziale Säuberung“ nach der Räumung des alten Gefängnisses und warnt vor der Zukunft von Son Bordoy, wo etwa 180 Menschen leben

ARA Balears
21/06/2026

PalmaDie Wohnungskrise ist an diesem Sonntag in Palma erneut auf die Straße gegangen. Rund hundert Menschen versammelten sich, um die Situation von Familien anzuprangern, die von Zwangsräumung bedroht sind, und um gegen das zu protestieren, was die Plattform der Hypothekenbetroffenen Mallorcas als „soziale Säuberung“ bezeichnet.

Die von der PAH einberufene und von Parteien, Verbänden und Gewerkschaften unterstützte Mobilisierung fand unter dem Motto „Wohnraum kostet uns das Leben“ statt. Der Protest folgt auf die Zwangsräumung des alten Gefängnisses von Palma, in dem die Organisation angeblich mehr als 200 Menschen untergebracht waren, und richtet sich nun auf Son Bordoy.

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Die Sprecherin der PAH, Àngela Pons, prangerte während der Verlesung des Manifests an, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum viele Menschen aus der Stadt verdrängt. „Sie rauben uns die Stadt, sie vertreiben uns aus unserem Zuhause und sie rauben uns das Leben“, sagte sie.

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Die Organisation hat das Rathaus von Palma und die Regierung scharf kritisiert und ihnen vorgeworfen, keine wirkliche Antwort auf die Wohnungsnot zu geben. Die PAH fordert mehr Sozialwohnungen, Maßnahmen zur Eindämmung des Mietanstiegs und würdige Alternativen für die Menschen, die geräumt werden.

Einer der zentralen Punkte des Protests war Son Bordoy, ein Grundstück, auf dem seit Jahrzehnten etwa 180 Menschen leben. Mehrere ansässige Familien haben teilgenommen und Fotos ihrer Häuser gezeigt, um zu verteidigen, dass sie nicht in Elendsunterkünften, sondern in als angemessen erachteten Wohnungen leben.

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Laut der PAH würde eine mögliche Räumung arbeitende Familien, ältere Menschen, Kinder und gefährdete Nachbarn ohne Alternative lassen. Die Organisation wirft dem Rathaus vor, die Armut "verstecken" zu wollen, anstatt die Ursachen der Wohnkrise anzugehen.

Die Situation der aus dem alten Gefängnis geräumten Personen war ebenfalls Teil des Protests. Die PAH versichert, dass viele auf der Straße gelandet sind und kritisiert, dass sie nicht nur keine Wohnlösung erhalten, sondern auch bestraft werden könnten, weil sie im öffentlichen Raum schlafen.

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Die Entscheidung über die mögliche Räumung mehrerer Familien aus Son Bordoy könnte am Dienstag im Rahmen eines von der Bauträgerin Pryconsa eingeleiteten Verfahrens fallen. Die PAH verteidigt, dass ein Teil des Grundstücks, auf dem diese Familien leben, zu Ackerland gehöre und dass es nach der derzeitigen Planung nicht für den Bau von Wohnungen genutzt werden könne.