Beschwerde

Dem Consell de Mallorca und Quirón wird vorgeworfen, auf illegale Weise Beweismittel gegen einen Beamten erlangt zu haben.

Die betroffene Partei ist der Ansicht, dass sowohl das Unternehmen als auch Consell Insular ein mutmaßliches Verbrechen der Pflichtverletzung und der Verratstätigkeit begangen haben.

ARA Balears
13/01/2026

PalmeEine befristet angestellte Beamtin des Inselrats von Mallorca hat beim Gericht in Palma Strafanzeige gegen mehrere Beamte der Inselbehörde und gegen das Unternehmen Quirón erstattet. Sie wirft ihnen Amtsmissbrauch und die Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen im Rahmen eines gegen sie eingeleiteten Disziplinarverfahrens wegen eines angeblichen Interessenkonflikts vor. Die Anzeige richtet sich gegen Quiróns Rechtsbeistand, das Unternehmen selbst, den Leiter des öffentlichen Dienstes der Insel, den technischen Sekretär des Präsidenten – der als Ermittlungsbeamter im Disziplinarverfahren fungierte – sowie den Inselrat als juristische Person. Laut der Anzeige datieren die Ereignisse auf April 2024 zurück, als der Inselrat ein Disziplinarverfahren gegen die Beamtin, die Leiterin des Sportmedizinischen Dienstes, wegen angeblicher Verstöße gegen die Arbeitszeitregelungen und wegen gleichzeitiger Tätigkeit für den Inselrat und Quirón ohne Genehmigung einleitete. Die Klägerin hält das Verfahren für willkürlich und selektiv und behauptet, dass andere Fachkräfte in ihrem Bereich ähnliche Situationen erlebt hätten, ohne sanktioniert zu werden. Ein zentraler Punkt der Beschwerde ist, wie die Verwaltung im Zuge der Ermittlungen angeblich ohne Einwilligung besonders geschützte Daten, wie den Beschäftigungsverlauf und die Sozialversicherungsbeiträge der Angestellten, über die Zentrale Kasse der Sozialversicherung erlangt hat. Die Verteidigung argumentiert, dass dies nicht nur gegen Datenschutzbestimmungen verstößt, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen haben könnte. Die Beschwerde wirft zudem die Weitergabe personenbezogener Daten an Quirón ohne Einwilligung oder Rechtsgrundlage der Betroffenen vor. Diese Daten umfassen angeblich auch einen Bericht eines vom Rat selbst beauftragten Privatdetektivs zur Überwachung der Beamtin. Laut Beschwerde nutzte Quirón die Daten dieses Berichts, um die Entlassung der Angestellten zu rechtfertigen, und das Entlassungsschreiben gibt, so die Verteidigung, Details der Überwachung wortgetreu wieder.

Darüber hinaus behauptet die Beamtin, dass die Einleitung des Disziplinarverfahrens eine Vergeltungsmaßnahme dafür sei, dass sie zuvor einen angeblichen Vertragsbruch innerhalb der Verwaltung gemeldet habe, was ihrer Ansicht nach ihr Recht auf Immunität vor Strafverfolgung verletze. Das Verfahren endete mit Sanktionen wie einer Suspendierung vom Dienst und einer Gehaltskürzung von insgesamt über vier Jahren.

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Die Berufung gegen die Sanktion wurde vom Consell de Mallorca abgewiesen. Die Angestellte hat zudem eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingelegt, über die noch nicht entschieden wurde. Parallel dazu beantragt die Strafanzeige Ermittlungsmaßnahmen wie die Vernehmung der Beschuldigten, die vollständige Herausgabe der Akten und ein forensisches Gutachten zum Gesundheitszustand der Beamtin, da diese angibt, aufgrund der Ereignisse an einer Angststörung mit Depressionen zu leiden.