Die Begleitung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt reduziert Depressionen
Eine Studie mit Teilnehmern der IMAS-Programme stellt nach einem Jahr Verbesserungen in der emotionalen Gesundheit, Autonomie und der Fähigkeit, Gewaltsituationen zu erkennen, fest
PalmaDie fortlaufende Betreuung von Frauen, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt sind, kann einen Wendepunkt für ihre emotionale Gesundheit darstellen. Dies belegt eine Studie der Vereinigung Endavant, die zu dem Schluss kommt, dass diese Begleitung Depressionen reduziert und Angstzustände ein Jahr nach Beginn der Programme des Institut Mallorquí d’Afers Socials (IMAS) stabilisiert.
Die Forschung, die zwischen 2024 und 2025 mit einer Pilotgruppe von fünfzehn Teilnehmerinnen durchgeführt wurde – von denen vierzehn am Programm teilnahmen –, beziffert diese Verbesserung. Laut der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) sinken die Depressionswerte erheblich, während die Angstzustände stabil bleiben, was eine positive Entwicklung im Laufe der Zeit festigt.
Doch über die Daten hinaus deutet die Studie auf einen tiefgreifenden Wandel hin: Die Frauen stärken ihre Werkzeuge zur Emotionsbewältigung, gewinnen Selbstwertgefühl und Autonomie und verbessern ihre Entscheidungsfähigkeit. Gleichzeitig entwickeln sie eine klarere Sichtweise zur Identifizierung von geschlechtsspezifischer Gewalt, auch in ihren weniger sichtbaren Formen, wie symbolischer oder institutioneller Gewalt.
Das Profil der Teilnehmerinnen spiegelt eine von Vulnerabilität geprägte Realität wider: migrantische Frauen aus neun Ländern – hauptsächlich aus Lateinamerika – und in fast allen Fällen mit einem irregulären Aufenthaltsstatus. Die Studie unterstreicht, dass ihre Teilnahme an den Programmen nicht auf persönliche Abhängigkeit zurückzuführen ist, sondern auf die strukturellen Ungleichheiten, mit denen sie konfrontiert sind.
Alles in allem hebt die Forschung die Bedeutung hervor, über die punktuelle Betreuung hinauszugehen und sich für langfristige Programme einzusetzen. Die Kombination aus emotionaler Gesundheit, Genderperspektive und sozialer Inklusion erweist sich als Schlüssel zur Begleitung von Opfern und zur Förderung echter und dauerhafter Genesungsprozesse.