Der Schulrat von Mallorca stellt sich dem Bildungsministerium entgegen und lehnt die einheitliche Schulzone ab.
Das Beratungsgremium warnt davor, dass das Modell der Gemeinden als einzelne Zonen gegen das Bildungsgesetz verstoßen und Schüler mit weniger Ressourcen benachteiligen könnte.
PalmeDie Plenarsitzung des Schulrats von Mallorca hat einen Alternativbericht verabschiedet, der den Vorschlag des Ministeriums für Bildung und Universitäten zur Änderung der Schulbezirksaufteilung ab dem Schuljahr 2026/27 ablehnt. Das Dokument wendet sich gegen die Abschaffung der meisten bestehenden Schulbezirke – wodurch Gemeinden in Einheitsbezirke umgewandelt würden – und fordert die Wiedereinführung der für das Schuljahr 2025/26 geltenden Schulbezirksaufteilung in allen Gemeinden sowie derjenigen des Schuljahres 2023/24 im Fall von Palma. Der aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem vom Berichterstatter des Hauptberichts erstellten Dokument verabschiedete Bericht warnt davor, dass der Regierungsvorschlag nicht nur das Modell der wohnortnahen Schulen gefährdet, sondern auch zu Inkonsistenzen und direktem Schaden für Schüler und Familien führt. Laut Schulrat könnte die neue Schulbezirksaufteilung sowohl die Chancengleichheit im Bildungssystem als auch den schulischen Erfolg der Schüler negativ beeinflussen.
Ein zentraler Streitpunkt ist die mögliche Verletzung von Artikel 84 des Organgesetzes 2/2006 über Bildung, der die Nähe zum Wohnort als vorrangiges Kriterium bei der Schulaufnahme festlegt, wenn mehr Bewerbungen als Plätze vorliegen. Der Rat weist darauf hin, dass Schulbezirke das Recht auf freie Schulwahl nicht einschränken, sondern vielmehr gewährleisten, dass jeder Schüler eine Schule in der Nähe seines Wohnorts besuchen kann. Die Schaffung einheitlicher Schulbezirke in flächenmäßig großen Gemeinden, so warnt der Bericht, mache dieses Kriterium bedeutungslos, da alle Schüler unabhängig von der tatsächlichen Entfernung zur Schule dieselbe Punktzahl erhielten.
Für den Stärksten
Das Dokument hinterfragt auch, ob die Maßnahme die freie Schulwahl stärkt. Laut Schulrat kommt eine unregulierte Wahl vor allem Familien mit höheren Ressourcen und größerer Reichweite zugute, was die Segregation an den Schulen verstärken könnte. Hinzu kommt die Auswirkung anderer Kriterien, wie beispielsweise der Punktvergabe für Eltern, die selbst Schüler an der Schule waren. Diese Regelung hat bereits zu einer Klage geführt, nachdem sie vom aktuellen regionalen Bildungsministerium wieder eingeführt wurde. Der Rat warnt außerdem, dass die vorgeschlagene Schulbezirkseinteilung die Zahl der Schüler erhöhen wird, die gezwungen sind, außerhalb ihres Wohngebiets zur Schule zu fahren und dabei oft auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, die nicht immer mit den Schulzeiten abgestimmt sind. Diese Situation, so der Bericht, könnte sich negativ auf die schulischen Leistungen auswirken und insbesondere Schüler mit geringeren Chancen benachteiligen. Der Bericht plädiert daher für die Förderung von wohnortnahen Schulen, die es Schülern ermöglichen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen – nicht nur aus pädagogischen Gründen, sondern auch aus Gründen der Gesundheit, der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und der Nachhaltigkeit, ganz im Sinne der Ziele des Gesetzes 9/2025 zur nachhaltigen Mobilität. Das Dokument schließt mit der offenen Frage nach den tatsächlichen Nutznießern der Schaffung einheitlicher Schulbezirke und kritisiert das Bildungsministerium für diese politische Entscheidung, die – laut Inselrat – Argumente der Gerechtigkeit, technische Erwägungen und pädagogische Faktoren außer Acht gelassen habe. Der Bericht wurde von verschiedenen im Schulrat von Mallorca vertretenen Organisationen unterzeichnet, darunter der Verband der Grundschulkinder (0-3 Jahre), FAPA Mallorca, die Gewerkschaften STEI, SIAU und UOB sowie Vertreter der Gemeinden und des Inselrats von Mallorca.