Alternativa Docent fordert mehr Zeit und bessere Bezahlung für Tutoren
Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der finanziellen Zulage für diese Position, die derzeit 36 Euro pro Monat beträgt.
Die Lehrergewerkschaft Alternativa Docente fordert vom regionalen Bildungsministerium dringende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von Tutoren. Diese Rolle ist ihrer Ansicht nach entscheidend für das Funktionieren des Bildungssystems, wird aber – wie sie anprangert – weiterhin sowohl hinsichtlich Ressourcen als auch beruflicher Anerkennung unterbewertet. Laut Gewerkschaft ist die Rolle des Tutors weit mehr als eine bloße Nebentätigkeit. Es handelt sich um eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, die für die umfassende Betreuung der Schüler und den Zusammenhalt der Schulen unerlässlich ist. Jahr für Jahr hat diese Arbeit jedoch immer mehr Verantwortung übernommen, ohne dass sich die zeitlichen, beruflichen oder finanziellen Rahmenbedingungen entsprechend verbessert hätten. Tutoren müssen derzeit einen wachsenden Verwaltungsaufwand und das Verfassen von Berichten bewältigen, Schüler individuell betreuen und immer größere und heterogenere Gruppen leiten. Dazu gehören auch die Konzeption und Begleitung von ergänzenden Aktivitäten, die emotionale Unterstützung von Schülern in zunehmend komplexen sozialen Kontexten, die Unterstützung und Vermittlung in Familienangelegenheiten sowie die ständige Abstimmung mit den Lehrkräften und externen Diensten.
Alternativa prangert an, dass diese Tätigkeit in den meisten Fällen ohne dafür vorgesehene Zeit im Rahmen der regulären Arbeitszeit geleistet wird, wodurch viele Lehrkräfte gezwungen sind, sie auf Kosten ihrer Freizeit zu übernehmen. Darüber hinaus bezeichnet die Gewerkschaft die derzeitige Nachhilfevergütung von 36 € pro Monat als „eindeutig unzureichend“. Ihren Berechnungen zufolge entspricht dieser Betrag etwa 1,20 € pro Schüler und Monat – eine Summe, die sie angesichts der damit verbundenen Verantwortung als symbolisch und lächerlich empfindet. Für Teilzeitlehrkräfte ist die Vergütung sogar noch weiter reduziert, auf ein Niveau, das die Gewerkschaft für völlig ungerechtfertigt hält.
Angesichts dieser Situation fordert Alternativa Docent die formale Anerkennung der Tutorentätigkeit als besondere Funktion mit einer deutlichen Reduzierung der Unterrichtsbelastung für Tutorenlehrer, damit diese ihre Aufgaben mit der notwendigen Zeit und in der erforderlichen Qualität erfüllen können. Zudem fordert die Gewerkschaft eine signifikante Erhöhung der finanziellen Zulage, die unabhängig von der Arbeitszeit fair und angemessen der übernommenen Verantwortung entspricht. „Die Rolle des Tutors ist ein zentraler Bestandteil des Bildungssystems. Tutorentätigkeit ist keineswegs eine Nebenfunktion, sondern eine komplexe, anspruchsvolle und unerlässliche Aufgabe für das reibungslose Funktionieren der Schulen und die umfassende Unterstützung der Schüler“, argumentiert die Gewerkschaft und warnt, dass diese Rolle ohne ausreichende Zeit und Anerkennung nicht tragbar sei. Mit angemessenen Ressourcen, so die Gewerkschaft, könne die Tutorentätigkeit eines der wirksamsten Instrumente im Bildungssystem sein, um eine humane, gerechte und inklusive Bildung zu gewährleisten.